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ÖSTERREICHISCHE ARBEITSGRUPPE FÜR DAS SELBSTMANAGEMENT DER ORALEN ANTIKOAGULATION
Ausdruck vom 05.09.2010 � 2010 ÖASA
ÖSTERREICHISCHE ARBEITSGRUPPE FÜR DAS SELBSTMANAGEMENT DER ORALEN ANTIKOAGULATION

Seit 1986 wurde in der BRD (durch Patienten!) auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, den Quick- bzw. INR-Wert zu Hause selbst bestimmen zu können. Die Patientenselbstkontrolle und Dosierung der oralen Antikoagulation durch den Patienten führt zu einer konstanteren INR (Quick)-Einstellung im gewünschten therapeutischen Bereich. Zahlreiche Studien belegen übereinstimmend, dass die Methode 'Selbstkontrolle' in der Antikoagulation der Fremdkontrolle gegenüber mindestens ebenbürtig ist (siehe Literaturangaben). Schwere Komplikationen wie Thromboembolien oder Blutungen können dadurch in größeren Maße vermieden werden. Die Möglichkeit zu einer engmaschigen Kontrolle der Antikoagulation und eine damit verbundene Patientenflexibilität stellen weitere Vorteile der Methodik dar, ohne die Bedeutung einer qualifizierten Betreuung durch niedergelassene Haus- und Fachärzte zu verringern.

Ein strukturiertes Schulungsprogramm wurde zuerst an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf in Zusammenarbeit mit dem Rehabilitations Zentrum Bad Berleburg und der Fa. Roche Diagnostics entwickelt und evaluiert. Die erste Veröffentlichung erfolgte im JAMA1/99 (siehe Literaturangaben). Im Mai 2001 wurden die ÖASA (Österreichische Arbeitsgemeinschaft zur Selbstkontrolle der Antikoagulation) und im selbem Jahr die ISMAA (International Self Monitoring Association for Oral Anticoagulation) gegründet. Ein strukturiertes Schulungskonzept entwickelt von der ÖASA sowie ein Konsensuspapier mit anderen betroffenen medizinischen Gesellschaften sollen Voraussetzung und Bedingungen für eine erfolgreichen Schulung der Gerinnungsselbstkontrolle definieren. Auf Vorschlag des Vorstandes erfolgte bei der Jahreshauptversammlung im November 2008 die Umbennenung in "Österreichische Arbeitsgemeinschaft für das Selbstmanagement der oralen Antikoagulation".

Die Verbreitung der Methodik "Selbstmanagement der Antikoagulation" wird in Österreich nur dann stattfinden, wenn von Patientenseite (Selbsthilfegruppen wie z.B. der Österreichische Herzverband) gleichermaßen wie von Ärzten diverser Fachrichtungen (z.B. Kardiologen, Internisten, Labormediziner, Herzchirurgen) unterstützt von medizinischem Fachpersonal (MTA, diplomiertes Krankenpflegepersonal) gemeinsam die Notwendigkeit einer Kostenübernahme durch die Sozialversicherungsträger in der Langzeitkontrolle der oralen Antikoagulation vertreten wird. Eine strukturierte Patientenschulung und deren Nachweis ist für diesen Anspruch eine wichtige Basis. Qualitätsstandards, eine österreichweite Koordination der Schulungszentren und eine gemeinsame Auswertung der Follow-up Daten wären weitere Schritte.